Nachhaltigkeit

Natalie Portman entwirft vegane Schuhe ohne Leder oder Fell und Orlando Bloom fährt im Hybridauto zur Oscarverleihung – es gibt kaum noch einen Filmstar, der seinen bewussten Lebensstil nicht öffentlich zur Schau trägt. Dass ein solcher Bewusstseinswandel eines Tages von Hollywood ausgehen würde, hätten alte Umweltaktivisten wohl nie für möglich gehalten: weg vom gedankenlosen Konsum – hin zum bewussteren Umgang mit unseren schwindenden Ressourcen (PRINZ Düsseldorf).

Herr und Frau Schweizer sind in Sachen Fair-Trade aber schon lange Weltmeister. 85% der Schweizer kennen Fair Trade-Produkte. Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung denkt allerdings, dass Fair Trade-Erzeugnisse teurer sind als andere, ist aber auch bereit, für sie mehr zu zahlen. Themen wie „Nachhaltigkeit“, „Fairtrade“, „Bio“ oder „Fairness“ sind bei vielen Schweizern mit einem positiven Gefühl verbunden. Denn Herr und Frau Schweizer machen sich neben der heutigen Wirtschaftskrise vor allem Sorgen um die Umwelt (Projekt seco, Uni St.Gallen).

Es ist allerdings vorwiegend der einkommensstärkere und der besser gebildete Teil der Bevölkerung – die sogenannte „Bionade-Bourgeoisie“, die sich den Öko-Lifestyle aneignet. Es tut sich zwar nicht gerade viel auf dem Weltmarkt  – wer aber Bio kauft, der weiss, zumindest etwas im Leben richtig zu machen. So schafft man es hierzulande, Konsum und Ethik im nachhaltigen Einkaufen geschickt mit einander zu verbinden (OTTO Group Trendstudie).

Aber auch bei den jungen Schweizern und Schweizerinnen setzt sich der Trend zunehmend durch: Im Bio-Laden einkaufen, Eco-Mode tragen und die Welt retten – und dabei Spass haben! Das ist das Motto der neuen Generation Öko. Mit der Umweltbewegung der Siebziger haben die Jungen nur wenig gemein. Der Öko der ersten Stunde mit selbst gestrickten lila Socken in den Birkenstocks musste zwischen Konsum und Ökologie auswählen. Die Neo-Grünen machen Schluss mit dieser Verzichtsethik. Sie wollen beides: Konsum und Ökologie (Sportswear International Magazine 05.2005)

Die Schweizer Wirtschaft hat die Kaufkraft dieser Bevölkerungsschichten längst erkannt, die Werbung auf sie abgestellt und ihre Produkte angepasst. Das neue raffinierte Marketing-Konzept dazu heisst „Greenwashing“: so etwa spenden Brauereien für den Regenwald, Schokoladenhersteller lancieren Kampagnen gegen Kinderarbeit, grosse Lebensmittelkonzerne initiieren Aktionen gegen den Hunger in der Welt (bionetz.ch).

Bewusse Ernährung ist in der Schweiz also, wie man sieht, schon länger im Trend. Jetzt geht man hierzulande noch einen Schritt weiter und konsumiert sogar Katzenfutter in Bioqualität. Bio wird ausschliesslich aus kontrolliert-biologischen Zutaten zubereitet. Der hohe Anteil an wichtigen Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen gibt den Schweizer Katzen viel Kraft und gesunde Energie (biotierfutter.ch).

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