Arbeit

Hygiene und Sauberkeit besitzen in der Schweiz seit jeher einen hohen Stellenwert. Dieser Anspruch stellt eine grosse Herausforderung vor allem für Gastgewerbe und Reinigungsbranche dar (Handelszeitung, 19.04.2005). In der Schweiz werden die minder qualifizierten Jobs wie Reinigung häufig von Ausländern erledigt. Nun ist es kein Geheimnis, dass dieser Arbeitsmarktsegment in der Schweiz besonders von Schwarzarbeit bedroht ist. Wobei die Beschäftigung von Ausländern und Ausländerinnen in Verletzung von Bestimmungen des Ausländerrechts hierzulande streng untersagt ist. Politische Unruhen und Bürgerkriege treiben Arbeitswillige aus dem Balkan und aus Kurdistan, aus den ehemaligen Sowjetrepubliken und aus Schwarzarfrika ins Traumland Schweiz (onlinereports.ch).

Noch nie in den letzten fünfzig Jahren war das Gut Arbeit so begehrt wie heute, der Trend zur Schwarzarbeit nimmt die Dimension einer Massenepidemie an. Besonders hohe Einnahmen gehen in die Taschen von Tänzerinnen und Prostituierten, die meistens unter anderen Vorwänden, etwa als „Kellnerinnen“ oder „Fotomodelle“ in die Schweiz eingeschleust werden. Im hiesigen Lustgewerbe kassieren sie monatlich netto zwischen 7’000 bis 15’000 Franken. Angesichts solch verlockender Verdienstmöglichkeiten schiessen sogenannte Bars wie Pilze aus dem Boden, in denen Pseudo-Touristinnen mit Animation und Liebesdiensten ihr Geld verdienen. Das Geschäft erfährt momentan einen solchen Boom, dass die Schweizer Fahndungsbeamten Gefahr laufen, den Überblick zu verlieren (onlinereports.ch).

Schwarzarbeit schadet unserer Gesellschaft in vielerlei Hinsicht. Sie führt bei Steuerbehörden und Sozialversicherungen zu gravierenden Einnahmeverlusten, verursacht Wettbewerbsverzerrungen und gefährdet den Arbeitnehmerschutz, der in der Schweiz besonders gut organisiert ist (Verwaltung Kanton Uri).

So ist es auch eine logische Konsequenz, dass die rechts-konservative Schweizer Volkspartei (SVP) bereits seit Jahren erfolgreich mit dem Thema der Kriminalität von Ausländern politisiert. Vor einem Jahr hat die SVP im Zuge dessen eine Initiative lanciert, nach der kriminelle Ausländer (z.B. solche, die sich als Schwarzarbeiter verschuldet haben) aus dem Land ausgeschafft werden sollen. Das Schweizer Volk hat die Initiative gut geheissen (Tagesanzeiger, 10.02.2011). Entgegen allgemeiner Annahmen wird Schwarzarbeit jedoch bei weitem nicht nur von Ausländern verrichtet – im Gegenteil: laut einer aktuellen Nationalfondsstudie geht man davon aus, dass unter den Arbeitsbetrügern zwei Drittel Schweizer Arbeitnehmer sind (onlinereports.ch).

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